Foto: Mayada Badr, CAC Saudi-Arabien, Mohamed Fawzy
Saudi-Arabien findet gerade seinen ganz eigenen kulinarischen Kompass – und Mayada Badr ist die Frau, die diese Bewegung orchestriert. Zwischen jahrhundertealten Aromen und moderner Food-Kultur baut sie eine Brücke, die das Königreich auf die globale gastronomische Landkarte hebt.
Wer der Konditorin Mayada Badr begegnet, merkt schnell, warum man sie in der internationalen Presse einmal die „Queen of Macarons“ genannt hat. Hinter der feinen Patisserie steckt eine Frau mit strategischem Instinkt und kulturellem Gespür. Die Energie der gelernten Gastronomin ist ansteckend, ihre Vision glasklar: Die saudische Küche soll nicht nur bewahrt werden – sie soll glänzen. Als Chefin der Kommission für kulinarische Künste ist sie heute eine der wichtigsten Stimmen in einem Land, das seine gastronomische Identität neu erzählt und sich auf die Weltbühne der Foodie-Kultur katapultieren will.
Saudi-Arabien hat eine Küche, die nach Geschichte schmeckt: Kardamom in der Luft, langsam gegarte Fleischgerichte, Getreide und Gewürze, die seit Jahrhunderten Handelsrouten zeichnen. Wer genau hinschmeckt, erkennt Einflüsse aus Asien, Ostafrika, dem Levante-Raum – kulinarische Spuren einer alten Globalisierung. Doch Tradition ist hier kein Museumsstück. In Saudi-Arabien ist sie lebendig, wandelbar, offen für Neues.
Genau an dieser Schnittstelle arbeitet Badr: Zwischen dem tief verwurzelten kulinarischen Erbe und einer jungen Generation, die Kochkunst selbstbewusst international denkt. Es geht darum, lokale Klassiker in ein neues Licht zu setzen – ohne sie zu verfälschen. Und darum, Innovationen zu fördern, die die Handschrift des Königreichs tragen.


Die vielfältigen regionalen Küchen Saudi-Arabiens, die einzigartigen Zutaten und die traditionellen Kochtechniken bieten eine Fülle von Anregungen für kulinarische Entdeckungen
Mayada Badr, Chefin der Kommission für kulinarische Künste
Die Kommission für kulinarische Künste entstand im Rahmen der Vision 2030 – jenem Programm, mit dem Saudi-Arabien seine Wirtschaft diversifizieren und zugleich seine kulturellen Stärken sichtbarer machen will. #SaudiMag berichtet ja regelmäßig, wie in Mode, Kultur und Entertainment neue Dynamiken entstehen. Jetzt ist auch die Küche an der Reihe –. und Mayada Badr ist hier eine der kreativen Leader.
Workshops, Mentorenprogramme, Inkubatoren – rund um die Kommission für kulinarische Künste entsteht ein Ökosystem, das jungen Köchen nicht nur Techniken beibringt, sondern ihnen auch das Selbstvertrauen gibt, ihre eigene Handschrift zu entwickeln. Internationale Partnerschaften mit renommierten Kochschulen aus Frankreich, Großbritannien und Asien bringen frische Impulse ins Land, leider ist eine Beteiligung aus deutschsprachigen Ländern nicht erkennbar. Stattdessen setzen französische und britische Spitzenkräfte Akzente, zertifizieren Standards, schulen Talente. So entstand das erste große Programm: „Saudi Coffee Expert“ – ein Gütesiegel, das zeigt, wie ernst man hier Qualität nimmt.
Ein Höhepunkt ist das Saudi Feast Festival, das die internationale Foodie-Szene nach Riyadh lockt. Köche, Gourmets, Food-Entrepreneure – sie kommen, probierten und staunten. Plötzlich wird deutlich, welches Potenzial in der saudischen Küche steckt. Für Badr ist gerade das Festival mehr als eine Veranstaltung: „Ein Meilenstein“, wie sie sagt. Ein Startpunkt für etwas Größeres. Zukünftig gibt es neue Wettbewerbe, neue Festivals, neue Plattformen für Talente: Das Team um Badr arbeitet daran, Saudi-Arabien als kulinarische Destination zu verankern – nicht als Kopie internationaler Trends, sondern als eigenständige, selbstbewusste Küche, die ihre Wurzeln kennt und gleichzeitig mutig nach vorne schaut. Und genau das ist ihre Mission: junge Köche ermutigen, die Aromen der Vergangenheit mit den Techniken der Zukunft zu verbinden. „Wir wollen kulinarische Innovation fördern – aber ohne das zu verlieren, was unsere Küche einzigartig macht“, sagt sie.
Viel Arbeit wartet noch auf sie. Aber man spürt: Die Energie ist da. Die Ideen sprudeln.
Und wenn Mayada Badr die „Queen of Macarons“ ist – dann ist das Königreich gerade dabei, seine ganz eigene kulinarische Krone zu schmieden #