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Reisezug durch die Wüste

Ein neuer Orientexpress soll durch das zentrale Saudi-Arabien führen

Foto: Arsenale/Stephan Julliard, Saudi Railways

Eisenbahn, das ist immer ein spannendes Thema. In Deutschland, weil die Bahn von ihrem eigenen, riesigen Schienen- und Zugsystem total überfordert ist, im Nahen Osten weil sich die Bahn als Transportkonzept hier nie so richtig durchsetzen konnte

Anmerkung der Redaktion: Diesen Artikel haben wir 2024 erstmals veröffentlich und im November 2025 aktualisiert

Für die überschaubare Geschichte der Eisenbahn in der arabischen Welt gibt es viele Gründe. Ein Schienensystem, vor allem wenn es über hunderte Kilometer unbeobachtet in der Wüste liegt, braucht mehr Instandhaltung als Nicht-EisenbahnerInnen ahnen werden. Nicht von ungefähr waren die Gleise der Hedschas-Bahn, die einst von Damaskus in Syrien bis hinunter ins saudische Medina verlief, ein strategisches Ziel britisch-beduinischer Atacken im Ersten Weltkrieg (wo wir nun wieder einmal auf Laurence von Arabien verweisen können, nicht zum ersten Mal auf #SaudiMag). Die langjährigen und gut funktionierenden Verbindungen in Marokko oder Ägypten wollen wir allerdings nicht vergessen.

Desertdream

Die Fahrt des „Dream of the Desert“ führt über eine Strecke von rund 1.300 Kilometer. Von Riyadh aus geht es über die Oasenstadt Ha’il am Rande der Nefud-Wüste bis zum nördlichen Punkt Al-Qurayyat an der Grenze zu Jordaniendes

Auf der arabischen Halbinsel tut sich seit ein paar Jahren einiges in Sachen Eisenbahn. Eine Langstreckenverbindung vom Oman bis nach Saudi-Arabien befindet sich in Planung und abschnittsweise auch schon im Bau, innerhalb des Golfkönigreichs gibt es schon einige moderne Bahnverbindungen und es werden noch ein paar neue Strecken für den Personen- und Güterverkehr hinzukommen.

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Auf bestehenden Gleisen in Saudi-Arabien soll demnächst auch der brandneu entwickelte Luxus-Reisezug „Dream of the Desert“ verkehren. Dies hatten die Saudi Arabia Railways (SAR) und die italienische Arsenale-Gruppe Webseite die sich auf das Management von Luxuszugreisen spezialisiert hat, bereits 2024 vereinbart, und dabei auch gleich den erstaunlich kurzfristigen Starttermin „Herbst 2025“ verkündet. Wie bei zahlreichen Projekten im Königreich, wird auch dieser Termin jetzt erst einmal vorschoben. Die Abfahrt des Zug-Abenteuers wird wohl erst Ende 2026 stattfinden.

In diesen Tagen können sich potentielle Fahrgäste und womöglich auch weitere Investoren erst einmal an den ersten Mockups der geplanten Abteile und Ausstattung des „Dream of the Desert“ erfreuen. Insgesamt soll der Zug nach neuesten Angaben über 31 Kabinen, 2 Präsidenten-Suiten und über einen Salonwagen verfügen, gestaltet von Aline Asmar d’Amman. Die maximalen Kapazität liegt damit bei nur 66 Fahrgästen. Es ist das zur Zeit erste Angebot im Tourismus-Sektor „Rail Cruising“ in Saudi-Arabien.

Der erste Fünf-Sterne-Luxuszug Saudi-Arabiens ist nicht nur ein opulentes Reiseerlebnis, sondern auch ein Beweis für die Kunstfertigkeit und Vision von Aline Asmar d’Amman, der Architektin und Designerin hinter der atemberaubenden Innenausstattung. Mit ihren bisherigen Arbeiten an legendären Häusern wie dem Hotel de Crillon in Paris und dem kommenden Orient-Express Hotel in Venedig ist sie keine Unbekannte in der Branche. Doch jedes Projekt ist individuell, und hier stellt sich Aline Asmar d’Amman einer ganz neuen Herausforderung: Sie gestaltet zum ersten Mal die Innenräume eines Zuges. Als Frau an der Spitze dieses bahnbrechenden Projekts bringt sie eine einzigartige Perspektive in die Welt der luxuriösen Bahnreisen ein, eine, die das Erbe mit zeitgenössischer Eleganz verbindet.

Jedes Detail des Zuges wurde sorgfältig ausgewählt, um die saudische Handwerkskunst zu zelebrieren, von komplizierten Holzschnitzereien und gewebten Textilien bis hin zu handgefertigten Beleuchtungselementen und skulpturalen Details, die ein kinematisches Ambiente erzeugen. Die von Majlis inspirierten Lounges laden zu intimen Gesprächen ein, während die ikonischen Fassaden Jeddahs durch skulpturale Sichtschutzwände neu interpretiert werden. Die Innenräume des Restaurants mit ihrem raffinierten Zusammenspiel von Texturen und Farbtönen sind eine Hommage an die Kunstfertigkeit traditioneller Gipsmotive und Wüstenflora.

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Es ist eine wunderbare Sache, in eine Welt der dynamischen Stille und spirituellen Mystik einzutauchen, die die Wüste darstellt

Die Fahrt wird über eine Strecke von rund 1.300 Kilometer führen. Von Riyadh aus geht es über die Oasenstadt Ha’il am Rande der Nefud-Wüste bis zum nördlichen Punkt Al-Qurayyat an der Grenze zu Jordanien.

„Bei Dream of the Desert geht es nicht nur um langsames Reisen. Es ist eine großartige Leistung in Sachen Nachhaltigkeit und Upcycling von Luxusgütern“, erklärt sie. Die Designphilosophie von Asmar d’Amman ist stark von den weiten Landschaften Saudi-Arabiens und den Traditionen der Beduinen beeinflusst. Die Ästhetik des Zuges fängt den mystischen Geist der Wüste ein und vereint Elemente von AlUla, Madain Saleh und Hail in einem raffinierten, modernen Ambiente. Die unberührte natürliche Schönheit Saudi-Arabiens und das ganz besondere Gefühl von Unermesslichkeit und Stille, von Wildheit und Weite, das nur durch die beduinische Tradition des geduldigen Reisens gebändigt wird, spricht heute eine andere Art des Reisens an.“

„Saudi-Arabien ist Zeuge eines außergewöhnlichen Wandels“, sagt Asmar d’Amman. „Es ist faszinierend, Teil dieses aufregenden Kapitels zu sein und eine Vision zu entwerfen, die tief in der Wahrung des Erbes verwurzelt ist und gleichzeitig die Moderne einbezieht. Das Handwerk ist für mich die außergewöhnlichste Brücke, die diese sanfte Verschmelzung ermöglicht – eine Quintessenz des Luxus, die von einer Handbewegung zur anderen übertragen wird.“

Die neuen Waggons des Luxuszuges, die eine Bahnreise im Stil des Orient Express bieten werden, befinden sich momentan in Italien in der Fertigung. Für die Arsenale-Gruppe ist der „Dream of the Desert“ keine Ausnahmeprojekt; sie betreibt schon eine Flotte von sechs in Italien verkehrenden Zügen mit ähnlichem Konzept. In das saudische Projekt investiert der Reiseveranstalter rund 200 Millionen Euro #

Comments 2
  1. braucht kein mensch. es werden damit ein haufen influenzier fahren für die Werbung dann ein paar superreiche dann niemand mehr und die Waggons gehen nach europa oder so wir sprechen uns wieder 2030

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