Saudi-Arabisches Olympisches und Paralympisches Komitee und OCA legen neuen Kurs für Asiatische Winterspiele fest
Saudi-Arabien und Wintersport – das klang lange nach gedanklicher Glätte. Doch genau hier beginnt die eigentliche Geschichte. Mit der jüngsten Einigung zwischen dem Saudi-Arabischen Olympischen und Paralympischen Komitee und dem Olympischen Rat Asiens (OCA) wird klar: Die Asiatischen Winterspiele, geplant in Trojena #SaudiMag , sind für Saudi-Arabien kein Einzel-Event, sondern ein Prozess. So die offizielle Auslegung. Man kann aber auch sagen: Die für 2029 geplante Ausgabe der Winterspiele wird verschoben. Punkt.
Kein Rückzug, kein Zweifel – sondern ein bewusster Schritt zurück, um Anlauf zu nehmen. Hinter der Entscheidung stehen monatelange Konsultationen, strategische Feinjustierungen und ein gemeinsames Verständnis dafür, dass nachhaltiger Wintersport in Westasien nicht über Nacht entstehen kann. Und die Herausforderungen, ein ganz neues Sportresort auf über 2.000 Meter Höhe aufzubauen, auch für heutige Ingenieure und Maschinen gigantisch sind. Denn es ist nicht damit getan, Hotels und Pisten zu bauen – die damit zusammenhängende, notwendige Ver- und Entsorgungslogistik sowie die An- und Abreisewege für Besucher benötigen fast noch mehr Planung und Bauzeit.
Nachdem seit Mitte 2025 langsam, aber immer deutlicher diverse Fertigstellungstermine aus dem Ruder liefen, hat man in Saudi-Arabien jetzt also eine Entscheidung für die Asiatischen Winterspiele 2029 kommuniziert: Sie werden nicht in Trojena stattfinden.
Dennoch will das Königreich sein Engagement für den Wintersport fortsetzen. So setzt man nun auf einen modularen Aufbau: In den kommenden Jahren sollen eigenständige Wintersport-Events stattfinden – gezielt, international ausgerichtet und mit klarer Mission. Es geht um mehr als Medaillen. Es geht um Strukturen. Um Nachwuchsprogramme für Athletinnen und Athleten, um technische Offizielle, um Know-how, das nicht importiert, sondern vor Ort entwickelt wird. Der OCA würdigt diesen Ansatz ausdrücklich. Die neue Roadmap unterstütze eine schrittweise, realistische Entwicklung des Wintersports in Westasien – eingebettet in die langfristigen Ziele des asiatischen Sports insgesamt. Übersetzt heißt das: Saudi-Arabien spielt hier nicht Solo, sondern denkt kontinental.
Bemerkenswert ist dabei weniger das Was als das Wie. Während andere Gastgeberländer auf spektakuläre Einmaleffekte setzen, verfolgt Riyadh einen Aufbauplan mit Geduld. Mehr Zeit für regionale Einbindung. Mehr Raum für Breite statt reiner Spitze. Und vor allem: eine klare Absage an Symbolpolitik.
Saudi-Arabien bekräftigt parallel sein langfristiges Commitment: Investitionen in Infrastruktur, internationale Eissportstandards, Ausbildungsprogramme – Wintersport wird Teil einer größeren nationalen Entwicklungsagenda. Nicht als exotischer Fremdkörper, sondern als Ausdruck eines Landes, das seine sportliche Identität neu denkt.
Oder anders gesagt: Die Asiatischen Winterspiele kommen später. Die Idee dahinter ist längst da #