Lebensqualität ist mehr als ein Schlagwort der Vision 2030 – sie ist Anspruch, Maßstab und zunehmend auch ein Versprechen an die Welt. Diesen Ton jedenfalls setzt der saudi-arabische Tourismusminister Ahmed Al-Khateeb beim 2026er Real Estate Future Forum in Riyadh.
Bei der Veranstaltung kamen Minister, Investoren und Branchenvertreter zusammen, um über die Zukunft von Tourismus und Stadtentwicklung zu sprechen, aber auch über die neuen Möglichkeiten des Erwerbs von Immobilien-Eigentums #SAudiMag durch internationale Investoren. In einer Diskussionsrunde machte Al-Khateeb klar: Tourismuspolitik endet nicht an der Hotelrezeption. Sie beginnt bei der Frage, wie Städte funktionieren, wie Menschen leben – und warum Besucher bleiben wollen. Lebensqualität sei, so der Minister, keine Vision mehr, sondern eine Verantwortung. Und eine Botschaft.
Diese Haltung spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Rund 32 Millionen internationale Touristen reisten 2025 nach Saudi-Arabien – eine stabile Fortschreibung der Vorjahresstatistik, was einen tiefgreifenden Wandel des Sektors sichtbar macht. Doch Al-Khateeb betonte: Wachstum allein sei nicht das Ziel. Entscheidend sei die qualitative Transformation – weg vom reinen Volumen, hin zu Erlebnissen, die kulturell verankert, wirtschaftlich nachhaltig und urban durchdacht sind.

Tourismuspolitik endet nicht an der Hotelrezeption. Sie beginnt bei der Frage, wie Städte funktionieren und warum Besucher bleiben wollen. Lebensqualität ist keine Vision mehr, sondern eine Verantwortung
Ahmed Al-Khateeb, saudi-arabischer Minister für Tourismus
Ein zentrales Stichwort dabei: Stadtgestaltung. Reiseziele müssten sowohl für Besucher als auch für Einwohner funktionieren. Als Paradebeispiel nannte der Minister Diriyah – ein Projekt, das Geschichte, Gegenwart und Zukunft zusammenführt. Geplant sind rund 35 Hotels, 11 Museen sowie ein vielfältiges Angebot an Kultur, Shopping und Entertainment. Nicht als touristische Enklave, sondern als lebendiger Stadtraum.
Dass Saudi-Arabien diese Strategie verfolgen kann, liegt an seinem kulturellen Fundament. Mit fast 11.000 Kultur- und Naturstätten, darunter mehrere UNESCO-Welterbestätten, verfügt das Königreich über ein Erbe, das weit über klassische Destinationen hinausreicht. Diese Orte, so Al-Khateeb, seien nicht nur touristische Assets, sondern Träger von Identität – und Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung.
Der Subtext des Auftritts war unüberhörbar: Saudi-Arabien denkt Tourismus heute nicht mehr als kurzfristigen Wirtschaftsmotor, sondern als integriertes Gesellschaftsprojekt. Lebensqualität, Beschäftigung, Nachhaltigkeit und internationale Offenheit greifen ineinander.
Oder anders gesagt: Wer in Saudi-Arabien investiert, reist oder lebt, soll nicht nur ankommen – sondern dazugehören. Damit dieser Anspruch Wirklichkeit wird, hat der Staat noch einen guten Weg zu gehen, denn die Übertragung von Gesetzen und Wünschen der Regierung in die Realität von Besuchern und Investoren ist noch immer stellenweise sehr holperig. So ist die Gastfreundschaft der Menschen im Lande traditionell herausragend – der Kontakt aber zu jeder Form von Behörde, zu Unternehmen oder Verbänden sehr schwierig bis nicht existent, da eine Kommunikationskultur in Saudi-Arabien fehlt #