Saudi-Arabien denkt größer. Viel größer. Während das Königreich jahrzehntelang synonym für Öl war, rückt jetzt das nächste Kapitel in den Fokus: Bergbau als strategisches Powerhouse. Mit unerschlossenen Bodenschätzen im Wert von 2,5 Billionen US-Dollar macht Riyadh klar: Das hier ist kein Nebenprojekt – das ist ein Gamechanger.
Phosphat, Kupfer, Bauxit, Gold, Seltene Erden – was anderswo geopolitische Abhängigkeiten bedeutet, liegt im saudischen Untergrund noch weitgehend unberührt. Die neue Zahl ist kein Schönrechnen, sondern eine deutliche Korrektur nach oben: 2016 lag die Schätzung noch bei 1,3 Billionen Dollar. Heute weiß man mehr – über Vorkommen, Preise und strategische Relevanz. Und genau da setzt Saudi-Arabien an. Der Bergbau ist jetzt Chefsache und ein zentraler Hebel der wirtschaftlichen Diversifizierung – weg vom Öl, hin zu einer zukunftsfähigen Industrie. Kurzfristig sollen mehr als 30 Explorationslizenzen an internationale Investoren vergeben werden. Neue Regularien ermöglichen Explorationsgebiete von über 2.000 Quadratkilometern – ein klares Signal an globale Mining-Giganten: Ihr seid hier willkommen.
Um Risiken zu senken und Tempo zu machen, hat das Königreich ein 182-Millionen-Dollar-Explorationsprogramm aufgelegt. Ziel: neue Rohstoffe, neue Greenfield-Projekte, neue Chancen. Auf dem Future Minerals Forum wurde nicht nur geredet – es wurden Verträge im Volumen von 20 Milliarden US-Dollar unterzeichnet. Talk ist cheap, Deals sind king.

Wir haben das größte Explorationsprogramm der Welt – und wir betrachten Bergbau nicht nur als Förderung von Mineralien, sondern auch als Data Mining
Yasir Al Rumayyan, Governeur des Public Investment Fund (PIF) und Leiter der wirtschaftlichen Transformation
Saudi-Arabien will nicht nur abbauen, sondern mehr Wertschöpfung ins eigene Land holen. Denkbar ist etwa die Weiterverarbeitung afrikanischer Mineralien im Königreich. Bergbau wird so Teil einer größeren industriellen Vision – regional gedacht, global gespielt.
Ein Schlüsselprojekt ist Manara Minerals, ein Joint Venture zwischen Ma’aden und dem Public Investment Fund (PIF), der bereits 67 Prozent an Ma’aden hält. Der Fonds hat im vergangenen Jahr zehn Prozent an der Kupfer- und Nickelsparte von Vale übernommen – ein strategischer Move mit Langzeitwirkung. Saudi-Arabien baut sein Netzwerk konsequent aus: Vereinbarungen mit Ägypten, Russland, Marokko und der Demokratischen Republik Kongo, ein separates Abkommen mit Russland – dazu die Positionierung als Kern einer Superregion, die Afrika, den Nahen Osten und Asien verbindet. In dieser Zone lagert rund ein Drittel der globalen Ressourcen.
Saudi-Arabien bringt gute Voraussetzungen im Bergbau mit. Es gibt Erfahrung in der Rohstoffindustrie, große finanzielle Schlagkraft und den Willen, auch komplexe Projekte anzugehen. Manara Minerals plant zusätzlich eine Metallhandelssparte, um Beteiligungen im Ausland strategisch abzusichern – etwa über Abnahmeverträge für künftige Produzenten.
Kaum beobachtet von großen Teilen der Wirtschaftswelt entwickelt Saudi-Arabien einen neuen Skill – es baut nicht einfach Minen – es baut ein neues industrielles System. Mit Kapital, Daten, Partnern und klarer Strategie. Öl war gestern. Der Untergrund ist die neue Bühne. Und wieder wird global mitgespielt #