Foto: King Abdulaziz Center for World Culture, Snøhetta/Brodey


Es beginnt mit einem Staunen. Mit Licht auf Metall, mit Stimmen, Ideen und Bewegung. In Dhahran erhebt sich Ithra, das King Abdulaziz Center for World Culture, nicht einfach so aus dem Boden. Schon von Fern wirkt Ithra nicht wie ein Gebäude, sondern wie ein Gedanke aus Stahl. Die architektonische Schönheit fällt auf und man freut sich, diese hier betrachten zu können. Gibt es das Wort Eyecandy wirklich ? Es würde jedenfalls passen.
Die sanft geschwungene Formen, futuristisch und doch zeitlos sind der Ort, an dem Saudi-Arabien seine kulturelle Gegenwart feiert und seine kreative Zukunft erdenkt. Entworfen vom norwegischen Architekturbüro Snøhetta, gebaut im Auftrag des Ölkonzerns Saudi Aramco und gedacht für alle, die glauben, dass Kultur mehr ist als ein schönes Extra. Ithra will Statement sein. Einladung, Versprechen. Und es funktioniert. Familien, Kinder, Studierende, Künstlerinnen, Kreative, Neugierige: Sie alle strömen in einen Ort, der nicht belehrt, sondern inspiriert. Hier wird nicht nur ausgestellt – hier wird ausprobiert, diskutiert, gedacht, geträumt. Ithra ist kein klassisches Museum. Kein Opernhaus. Keine Bibliothek im stillen Elfenbeinturm. Es ist alles zugleich – und noch mehr. Ein kultureller Think Tank, der Talentförderung, Wissensvermittlung und kreative Industrie miteinander verschmelzen will. Während viele Kulturinstitutionen der Golfregion auf ein einzelnes Format setzen – man denke an ikonische Häuser wie den Louvre Abu Dhabi oder das Museum of the Future in Dubai – geht Ithra bewusst einen anderen Weg: interdisziplinär, inklusiv, lebendig.

Wir möchten die kulturelle Neugier wecken und Kreativität durch die Kraft von Ideen, Fantasie und Innovation inspirieren
Noura Alzamil, Abteilungsleiterin für die Programmentwicklung

Das Zentrum versteht sich als wirtschaftlicher Impulsgeber, der neue Chancen für Kreative schafft – und als kultureller Katalysator, der Talente über interkulturelle Erfahrungen wachsen lässt. Kinder entdecken hier spielerisch Wissenschaft, Studierende experimentieren mit neuen Ideen, etablierte Künstler finden Raum für Austausch. Ithra denkt Kultur nicht elitär, sondern zugänglich. „Im Herzen saudisch und von Natur aus multikulturell“ – dieser Satz beschreibt Ithra ziemlich perfekt. Das Zentrum holt Weltkultur ins Königreich und trägt gleichzeitig saudische Perspektiven hinaus in die Welt. Ein globales Tor, offen in beide Richtungen.
Soeben war der große Meilenstein die Tanween-Saison, bei der Ithra eine wegweisende Studie zur Kultur- und Kreativwirtschaft (CCI) in Saudi-Arabien und der Region vorlegte. Die Ergebnisse? Mutmachend. Mehr Angebote, mehr Austausch, mehr Beteiligung. Kultur wirkt. Gleichzeitig zeigte die Studie klar: Der nächste große Schritt heißt Inklusivität. Und genau hier positioniert sich Ithra als Vorreiter.

Mit Tanween, Ithras wichtigster Kreativveranstaltung, bieten wir angehenden Kreativen, Fachleuten und Organisationen die Möglichkeit, sich mit Kollegen und Experten zu vernetzen
Robert Frith, Kreativ-Direktor
Am Ende geht es bei Ithra um mehr als Programme und Architektur. Es geht um Haltung. Um den Glauben an die Kraft von Ideen, Vorstellungskraft und Innovation. Um eine Zukunft, in der Kultur nicht Beiwerk ist, sondern Motor des Wandels. Oder anders gesagt: Ithra inspiriert das Herz – und levelt den Geist up #
