Foto: SDAIA, SPA
Ein Sechseck aus Stahl und Glas…und Datenströmen: Mit dem Hexagon Data Centre setzt Saudi-Arabien ein Statement, das weit über Serverracks hinausgeht. Rund 2,5 Milliarden Euro investiert der Staat zusammen mit Aramco in das größte behördliche Rechenzentrum der Welt – und damit in nichts Geringeres als die digitale Souveränität des Königreichs. Willkommen im Maschinenraum der Vision 2030.
Wer heute Macht verstehen will, muss Daten lesen können. Saudi-Arabien tut genau das – und baut sie gleich selbst: Mit dem Hexagon Data Centre entsteht in Riyadh ein digitales Schwergewicht von globalem Format auf dem höchsten internationalen Zuverlässigkeitsstandard (Tier IV). Direkte Flüssigkeitskühlung, hybride Kühlsysteme, intelligente Energieverwaltung: Effizienz ist hier kein Buzzword, sondern Bauprinzip.Hier wird nicht experimentiert, hier wird skaliert. Denn Hexagon ist mehr als ein Rechenzentrum. Es ist ein politisches, wirtschaftliches und technologisches Signal. Ein Gebäude als Strategiepapier. Und ein zentraler Baustein der Vision 2030, mit der das Königreich seine Wirtschaft systematisch vom Öl entkoppelt und auf Daten, KI und digitale Services ausrichtet.
Im Kern geht es um Kontrolle – nicht im negativen, sondern im staatstragenden Sinne. Saudi-Arabien sichert sich mit Hexagon die Hoheit über seine nationalen Daten und schafft gleichzeitig die Grundlage für eine datengesteuerte Verwaltung. Öffentliche Dienste sollen schneller, intelligenter und effizienter werden. Mehr als 290 Regierungssysteme werden künftig in der Anlage betrieben.

Das Datenzentrum wird das Fundament für ein landesweites Netzwerk vernetzter Dateninfrastrukturen bilden – always on, maximal verfügbar, bereit für die nächste Welle: generative KI, Big Data, Smart Government.
Dass das Projekt unter der strategischen Aufsicht der Saudi Data and Artificial Intelligence Authority (SDAIA) steht, ist kein Zufall. Seit ihrer Gründung 2019 ist die Behörde der Architekt der nationalen Daten- und KI-Agenda. Sie reguliert, entwickelt, vernetzt – und bringt Saudi-Arabien in internationalen Rankings regelmäßig auf Spitzenplätze, etwa bei der staatlichen KI-Strategie im Global AI Index.
Auch die Hard Facts lesen sich souverän: Mehr als 10 Milliarden Riyal kumulativer wirtschaftlicher Effekt werden erwartet, dazu jährliche Einsparungen von rund 1,8 Milliarden Riyal im staatlichen Betrieb. Geld, das direkt in die nicht-ölbasierte Wertschöpfung fließten kann – und in den digitalen Ausbau von Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft. Dazu erneuerbare Energiequellen für rund 30.000 Tonnen weniger CO₂ pro Jahr, LEED-Gold-Zertifizierung und internationale Standards wie TIA-942 und ISO/IEC 22237. Kurz gesagt: Hexagon wird eines der größten grünen Rechenzentren der Welt. Nachhaltigkeit…aber make it infrastructure.

Dass Saudi-Arabien größer denkt, zeigt auch Humain – ein neu gegründetes KI-Unternehmen, getragen vom Public Investment Fund und Aramco. Die Firma baut eine vollständige KI-Wertschöpfungskette auf, einschließlich massiver Datenzentren und fortschrittlicher Modelle, um digitale Wirtschaft zu beschleunigen und Sektoren wie Energie, Gesundheitswesen und Smart Cities zu revolutionieren. Endlevel: Das Königreich neben den USA und China unter die Top 3 der globalen KI-Infrastruktur-Nationen zu bringen. Ambitioniert? Absolut. Aber genau das ist hier der Punkt.
Bottom Line – Das Fazit von #SaudiMag
Hexagon ist kein Prestigeprojekt, sondern Präzisionsarbeit an der Zukunft. Ein Rechenzentrum als Rückgrat einer neuen Ökonomie. Saudi-Arabien baut nicht nur Server – es baut digitale Souveränität und einen Platz im globalen Machtgefüge der Datenwelt. Oder anders gesagt: Während andere noch über Digitalisierung sprechen, lässt Riyadh die Maschinen schon mal warmlaufen #