Foto: New Murabba Entwicklungsgesellschaft

Seit einigen Jahren schon wird In Riyadh an einem brandneuen Stadtzentrum entwickelt und gebaut. Die saudi-arabische Hauptstadt möchte damit ein Beispiel für zukunftsweisende Stadtplanung setzten. Der Name „New Murabba“ – das heißt soviel wie „Das neue Viertel“. Es bezieht sich auf die Bezeichnung des bisherigen historischen Viertels von Riyadh, Al-Murabba. Die Vision verspricht alle Lebensbereiche zu bedienen, indem es den Menschen Raum zum Leben, Arbeiten und Spielen gibt. Die staubige und trübe Luft, die seit Jahren weit sichtbar über dem riesigen Bauareal hängt, lässt erahnen, welche großen Erdbewegungen hier vor sich gehen. In ein paar Jahren, am liebsten 2030, sollen die ersten Abschnitte geöffnet werden, klar, als Symbol der saudischen Vision 2030.
Denn der Hintergrund für die hohen Investition des Staates in dieses große Bauprojekt liegt in der Erfüllung gleich mehrerer Maßgaben aus dem Regierungsprogramm, durch das das Königreich seine Transformation aus der Vergangenheit hin zu einer Zukunft nach dem Öl vorbereitet. New Murabba ist darauf ausgerichtet, die Einnahmen aus dem Tourismussektor zu erhöhen, neue Arbeitsplätze in Branchen außerhalb des Öls zu schaffen und dringend benötigten, sogar nachhaltigen Wohnraum für gemischte Bevölkerungsgruppen bereit zu stellen. Riyadh soll nämlich enorm wachsen, nicht nur an Wirtschaftszahlen, sondern auch an Einwohnern.
Die Bewohner von New Murabba, etwa 150.000 sollen es sein, werden alle Annehmlichkeiten in einem Radius von 5 bis 15 Minuten zu Fuß erreichein können, zusätzlich wird das Viertel an die neue Metro angebunden werden und auch ein internes Verkehrssystem aus autonomen Farzeugen bekommen. Der Flughafen von Riyadh (RUH) ist nur zwanzig Minuten entfernt – damit ist das neue Zentrum sogar weltweit erreichbar; von Wien und Frankfurt aus in fünfeinhalb Stunden. An dieser strategischen Nähe zu weltweiten Flugverbindungen ändert sich nichts, sollten Flugzeuge irgendwann einmal mit neuen Treibstoffen betrieben werden können.
Das Giga-Projekt der New Murabba wird im Nordwesten von Riyadh an der Kreuzung der King Salman Road und der King Khalid Road entstehen und sich über eine Fläche erstrecken, etwa so groß wie zwanzig Empire State Buildings. Das Viertel wird durch den Bau von 104.000 Wohneinheiten belebt werden und über 9.000 Hotelzimmer verfügen. Hinzu kommen 1,4 Millionen Quadratmeter Bürofläche und mehr als 980.000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche. Um das Viertel vital zu halten, werden ein Theater und mehr als 80 Unterhaltungs- und Kulturveranstaltungen geplant.
Ein aufmerksamkeitstarkes Teilprojekt wurde mittlerweile gestoppt, welches zuerst als Wahrzeichen des neuen Stadtteils vorgestellt wurde – „The Mukaab“, abgeleitet aus dem Arabischen für „Der Würfel“. Hier sollten Bewohner wie Touristen in wechselnden Ausstellungen multimediale, transformative Welten entdecken können. Das Konzept von Ende der 2010er Jahre hatte sich Mitte der 2020 schon überlebt – glücklicherweise vor Start der Hochbauarbeiten.

Das würfelförmige Gebäude „The Mukaab“ wurde mittlerweile ersatzlos aus den Planungen gestrichen

Riyadh selbst befindet sich gerade in einer riesigen Transformation; zahlreiche Bau- und Gestaltungsprojekte werten die Lebensqualität der Hauptstadt umfangreich auf. Der Grund dafür: Die saudische Regierung versteht die Metropolen der Erde als Kristallisationskerne innovativen Fortschritts und als Welt-Wirtschaftsregionen, die über Staatsgrenzen hinweg strahlen. 85 Prozent der Weltwirtschaft wird mittelfristig auf Städte und Metropolregionen entfallen, deshalb beginnt volkswirtschaftliches Wachstum auch genau dort. Riyadh soll solch ein Kristallisations-Ort werden – siehe dazu im #SaudiMag diese Story: #saudimag. Wir werden berichten #
Hinweis aus der Redaktion – Wir haben diesen Artikel, der erstmal 2023 bei uns erschien, aktualisiert, weil auch die Konzeption von „The Mukaab“ an die Realität angepasst wurde.