{"id":15569,"date":"2026-02-16T15:40:18","date_gmt":"2026-02-16T13:40:18","guid":{"rendered":"https:\/\/saudimag.de\/?p=15569"},"modified":"2026-04-05T09:40:16","modified_gmt":"2026-04-05T07:40:16","slug":"zwischen-wuestensand-und-winterlicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/saudimag.de\/?p=15569","title":{"rendered":"Networking statt Glamour"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"font-size:11px\">Foto: Sameer Orabi\/The Other Side of the Sun<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Berlin im Februar ist grau, k\u00fchl und gesch\u00e4ftig. Vor den Kinos am Potsdamer Platz stehen Filmleute und Filmfans mit hochgeschlagenen Kragen, Produzenten eilen von Termin zu Termin, Kameras blitzen. F\u00fcr Filmschaffende aus Saudi-Arabien steht das Filmfestival in Berlin nicht so ganz weit oben im Kalender. Zu kalt das Wetter vielleicht, zu unansehnlich die Stadt an sich. Die saudische Filmszene, sie f\u00fchlt sich in Europa eher in Cannes zuhause, in Paris, oder in London nat\u00fcrlich. Ein gro\u00dfer Saudi-Film l\u00e4uft nicht Berlin. Aber zahlreiche Filmschaffende aus dem K\u00f6nigreich sind durch einige Koproduktionen durchaus pr\u00e4sent \u2013 auch wenn die Beitr\u00e4ge nicht immer auf den ersten Blick als \u201esaudisch\u201c zu erkennen sind.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>2026 reist das K\u00f6nigreich nicht mit einem einzelnen nationalen Prestigeprojekt an, sondern mit einer Reihe internationaler Koproduktionen, die von saudischer Seite ma\u00dfgeblich unterst\u00fctzt wurden. Vor allem die Red Sea Film Foundation hat mehrere dieser Filme gef\u00f6rdert, und damit den Weg auf eine der wichtigsten Festivalb\u00fchnen der Welt geebnet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im Wettbewerb: Drei Filme mit saudischer Handschrift<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gleich drei Produktionen mit saudischer Beteiligung laufen im offiziellen Wettbewerb der Berlinale und konkurrieren um den Goldenen B\u00e4ren. Darunter \u201eWe Are All Strangers\u201c von Anthony Chen \u2013 ein fein beobachtetes Drama \u00fcber Familie, Erwartungen und emotionale Distanz. Der Film arbeitet mit einem internationalen Cast und erz\u00e4hlt eine universelle Geschichte \u00fcber N\u00e4he und Fremdheit. Ebenfalls im Wettbewerb: \u201eSoumsoum, The Night of the Stars\u201c von Mahamat-Saleh Haroun. Im Zentrum steht eine junge Frau, deren besondere Gabe zwischen Aberglauben, Spiritualit\u00e4t und gesellschaftlichem Druck verhandelt wird. Ein poetischer Film, der Fragen nach Tradition und Selbstbestimmung stellt. Mit \u201eSalvation\u201c (\u201eKurtulu\u015f\u201c) von Emin Alper feiert eine weitere saudisch mitfinanzierte Koproduktion ihre Weltpremiere in Berlin. Das Drama spielt in einer abgeschiedenen Gemeinschaft und zeichnet ein intensives Bild famili\u00e4rer Spannungen und sozialer Bruchlinien.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind keine rein saudischen Stoffe im klassischen Sinn, aber Filme, die ohne saudische F\u00f6rderung so nicht entstanden w\u00e4ren. Genau hier zeigt sich die neue Strategie des Landes: internationale Partnerschaften statt isolierter Produktionen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Panorama und Generation: Saudi-Arabien jenseits des Rampenlichts<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch au\u00dferhalb des Wettbewerbs ist Saudi-Arabien vertreten. Im Panorama-Programm l\u00e4uft der Dokumentarfilm \u201eThe Other Side of the Sun\u201c, eine Koproduktion mit saudischer Beteiligung, die sich mit Erinnerung und Identit\u00e4t auseinandersetzt. In der Sektion Generation wird \u201eGhost School\u201c gezeigt: ein Film \u00fcber junge Menschen und gesellschaftliche Grenzen, entstanden als Zusammenarbeit zwischen Pakistan, Deutschland und Saudi-Arabien. Diese Filme stehen vielleicht weniger im Fokus der internationalen Presse, doch sie unterstreichen die Bandbreite der saudischen Beteiligung: vom poetischen Autorenkino bis hin zu gesellschaftlich engagierten Stoffen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und die saudischen Schauspieler und Schauspielerinnen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auff\u00e4llig ist: Die meisten Beitr\u00e4ge sind internationale Koproduktionen mit gemischten Ensembles. Saudische Schauspielerinnen und Schauspieler stehen in diesem Jahr weniger im Zentrum der Berlinale-B\u00fchne, zumindest nicht in Hauptrollen im Wettbewerb. Gleichzeitig w\u00e4chst eine neue Generation saudischer Darstellerinnen heran, die in regionalen und internationalen Projekten zunehmend sichtbar wird. Namen wie Lamar Faden oder Raghad Bokhari stehen beispielhaft f\u00fcr diese Entwicklung, auch wenn ihre aktuellen Projekte nicht direkt im Berlinale-Programm vertreten sind. Die Dynamik ist da, und sie wird sp\u00fcrbar.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mehr als Filme: Eine Branche auf Netzwerkmission<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Parallel zu den Premieren ist Saudi-Arabien stark auf dem European Film Market pr\u00e4sent. Produzenten, Vertreter der Film Commission und F\u00f6rderinstitutionen f\u00fchren Gespr\u00e4che, suchen Koproduktionspartner und pr\u00e4sentieren kommende Projekte. Die Botschaft ist klar: Saudi-Arabien will nicht nur teilnehmen, es will mitgestalten. Und daf\u00fcr suchen auch saudische Produzenten Geld; gern billige deutsche Filmf\u00f6rdermillionen. Seit der Wiederer\u00f6ffnung der Kinos im Jahr 2018 hat sich die Filmbranche des Landes rasant entwickelt. Festivals wie die Berlinale dienen nun als internationales Schaufenster. Der Auftritt 2026 wirkt dabei weniger spektakul\u00e4r als strategisch: kein lauter Paukenschlag, sondern ein selbstbewusstes Mitmischen. Ob eines Tages ein B\u00e4r nach Riyadh geht, wird die Zukunft zeigen <strong>#<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Saudi-Arabiens leiser Auftritt bei der Berlinale 2026\n","protected":false},"author":3,"featured_media":15575,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Networking statt Glamour - #SaudiMag","description":"Saudi-Arabiens leiser Auftritt bei der Berlinale 2026"},"csco_singular_sidebar":"","csco_page_header_type":"","csco_page_load_nextpost":"","csco_post_video_location":[],"csco_post_video_url":"","csco_post_video_bg_start_time":0,"csco_post_video_bg_end_time":0,"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[601],"class_list":{"0":"post-15569","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-feuilleton","8":"tag-berlinale","9":"cs-entry","10":"cs-video-wrap"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/saudimag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15569","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/saudimag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/saudimag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/saudimag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/saudimag.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15569"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/saudimag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15569\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15589,"href":"https:\/\/saudimag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15569\/revisions\/15589"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/saudimag.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/15575"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/saudimag.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15569"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/saudimag.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15569"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/saudimag.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15569"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}